Ein Tief zwingt zum Warten


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12. 05.
Das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Vorhersagen prognostizieren teilweise Regen, Starkwind und Sturm mit Böen bis 60 Knoten (über 100 km/h) und entsprechendem Wellengang (Meer 4-5) bis zum 15.5. Da ist an Ausfahren nicht zu denken und wir müssen anscheinend ein paar Tage in Dubrovnik verbringen. Vom Zeitmanagement ist noch alles im grünen Bereich, aber es taugt uns trotzdem nicht. Am Montag haben wir gleich mal die berühmte Altstadt von Dubrovnik besucht. Wie ein bewohntes Museum, ein echtes Schmuckstück. Vor allem der Rundgang über die Stadtmauer ist sehenswert. Das Wetter war eigentlich nicht schlecht, diesige Sonne, warm und kaum windig. Wir haben deshalb immer wieder zum Meer raus geschaut und die Ausflugsschiffe im Uferbereich beobachtet. Die Wellen schaukelten diese Boote ziemlich durch.
Als wir am Nachmittag zurück in der Marina waren konnten wir einen deutschen Stegnachbarn wieder sehen, der am Vormittag nach Montenegro fahren wollte. Seinen Schilderungen zufolge waren die Wellen draußen weit höher und unangenehmer, weshalb er wieder umgekehrt ist. Übrigens will er mit seinem 44 Fuß Segler und seiner Frau ebenfalls nach Griechenland übersetzen und wartet nun hier die Schlechtwetterphase ab. Wir haben also eine Leidensgenossen…

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Thermophor mit vier Pfoten

 

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Der 13.5. verging ebenfalls wie im Flug. Zuerst war es bei meiner morgendlichen Laufrunde windstill und fast wolkenlos. Meine Gedanken kreisten um Montenegro. Während ich das so überlegte kam Wind vom Land und steigert sich innerhalb kürzester Zeit zu einer steifen Brise. Also doch bleiben…. So ein Vormittag kann auch ohne sinnvolle Beschäftigung schnell vergehen. Wir brachten das Internet zum Glühen, Wetterseiten rauf und runter, E-Mails, usw. Mittags rafften wir uns zu einem Besuch des örtlichen Supermarktes auf, und kauften gleich auf Vorrat. Unser Plan (wenn es das Wetter zulässt) ist nämlich die Strecke von Dubrovnik nach Korfu in einer Fahrt zu absolvieren, weshalb der Kühlschrank für diese Zweitagesfahrt gut gefüllt sein sollte. Am Nachmittag hat Clemens die AIS Funktion (Automatisches Identifikationssystem) unseres Funkgerätes über einen Multiplexer aktiviert. Wir können damit alle Schiffe die mit einem AIS Transponder ausgerüstet sind auf unserem Funkgerät und auch am Netbook auf Open CPN erkennen. Es kann auch eine Warnentfernung eingestellt werden. D.h., wenn uns eines dieser Schiffe zu Nahe kommt, wird vom Funkgerät ein Warnton abgegeben. Das war ganz schön kompliziert, denn beim Multiplexer hat mit dem Routing etwas nicht gepasst. Für die entsprechende Konfigurierung benötigten wir ein USB A zu B Kabel, welches wir erst in Dubrovnik kaufen konnten, usw… Ich bin ganz schön stolz auf meinen HTL Absolventen, Clemens steht nicht zu unrecht als Engineer auf der Crewliste.
Für mich blieben die handwerklichen Dinge und so hab ich die Rückenlehnen der Sitzgruppe in der Lieblingsfarbe meiner Andrea überzogen….
Am Abend sind wir dann zu der auf dem Hügel gegenüber befindlichen Kirche gewandert und haben diese idyllische Gegend von oben betrachtet. Beim Zurückgehen kehrten wir bei einem Restaurant direkt am Fluss Ombla ein. Dieser Fluss ist eigenlich nur ein paar Kilometer lang und kommt am Talschluss direkt aus dem Berg. In den unverbauten Bereichen befindet sich Schilf, Frösche quaken und jede Menge Vögel sind zu sehen. Die Marina liegt praktisch im Süßwasser.

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Verschönerungsarbeiten im Auftrag meiner Andrea
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Gegenüber der Marina

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Der Fluss Ombla kommt direkt aus dem Berg

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14.5.
Wieder eine kleine Laufrunde am Morgen, wobei die Temperatur schon etwas niedriger war. Das Tief ist bereits voll zu spüren und unsere Ambitionen in die Altstadt zu fahren wurden im starken Vormittagsregen erstickt. Also gab`s wieder Bastelarbeiten am Boot und danach etwas „klar Schiff machen“. Zwischendurch ein Plausch mit den Nachbarn, die auch alle besseres Wetter abwarten. Inzwischen haben wir unser komplettes Planenverdeck angebracht und unser Schiff wird immer wieder bestaunt. So etwas haben die anderen nämlich nicht 🙂 Wir hatten unseren Stadttrip auf den Nachmittag verlegt und genau in dem Moment hat dann wieder starker Wind eingesetzt. Also blieben wir beim Boot. Sicher ist sicher… Aber wie gehabt – es wird nicht fad

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Wetterprognosen

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15.05.

Es wird von Tag zu Tag kühler und mit der Kurzen sind nur mehr hartgesottene Briten zu sehen. Ansonsten war es aber auszuhalten. Etwas Wind und kaum Regen, eigentlich besser als erwartet. Bei einem Besuch des Hausbergs von Dubrovnik (Srd) konnten wir einen Blick durch ein kommerzielles Fernrohr werfen und die Wettergeschehnisse weiter draußen beobachten. Dort fetzte es ganz schön stark. Anhand eines am fast am Horizont befindlichen schwankenden Dreimasters waren die echten Dimensionen ganz gut zu erkennen. Die Aussicht von diesem Hügel ist gewaltig und das dort oben befindliche Kriegsmuseum sehr interessant. Nach einer Runde in der Altstadt gings wieder in die Marina. Den Abend verbrachten wir bei unseren netten neuseeländischen Nachbarn. John und Shelly ( http://www.falshator.blogspot.co.nz/ ). Shelly hatte eine zu große Portion gekocht und uns kurzerhand eingeladen. Die Beiden haben Haus und Hof verkauft, in Split einen neuen 44 Fuß Segler übernommen und werden damit in zwei Jahren von Kroatien nach Neuseeland segeln. Obwohl die Unterhaltung sehr kurzweilig war, sind wir doch noch vor Mitternacht ins Bett gekommen. Für den 16.5. ist unsere nonstop Fahrt nach Griechenland geplant.

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Dubrovnik vom Mont Srd

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nice evening with John and Shelly

 

 

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4 Gedanken zu „Ein Tief zwingt zum Warten“

  1. Hallo ihr Beiden!

    Haben vom Kalteis Fritz von eurer Tour und eurem Blog erfahren. Liest sich super und läßt Urlaubsgefühle aufkommen. Ein Highlight im Gegensatz zu unserem Hochwasser zu Hause. Wir wünschen euch noch viel Spaß und gutes Wetter.

    LG aus dem verregneten Kirchberg
    Sabine und Franz

    1. Hallo ihr Beiden,
      freut mich, dass ihr den Weg zu unserem Blog gefunden habt. Die Urlaubsgefühle waren zwischendurch für zwei Tage weg (“wilder Ritt nach Albanien”) und sind jetzt im Ionischen Meer aber umso mehr zu spüren….
      LG
      Franky u Clemens

  2. Hi Franky & Clemens!
    Da habt ihr nicht unbedingt besseres Wetter als wir im Osten Österreichs. Hoffe für euch, dass es bald wieder weiter geht. Warte schon ungeduldig auf tolle neue Fotos und Berichte.
    Mal sehen, wie sich das Wetter bei euch entwickelt. Bei uns soll’s ab Mitte der Woche bis zu 30° kriegen. Hab mir deshalb frei genommen für Rad-Training und Gartenarbeit.
    Macht’s gut und bis bald!
    lg Klaus

    1. Hi Klaus,
      wir sind jetzt schon im Ionischen Meer und genießen die griechische Sonne. Die Temperaturen sind dzt perfekt und das Meer wär`s für dich auch (18 Grad). Für längeres Schwimmen ist`s uns noch etwas zu kühl. Sind dzt gegenüber von Korfu in einer Bucht vor Anker. Morgen fahren wir zur Insel Paxos.
      LG
      Franky u Cle

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