Zakynthos Runde und weiter bis Nidri


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Aufgrund eines Flugproblemes kam Clemens erst zwei Tage später und einen Tag nachher trafen auch Fritz und Rosi (Cousine) ein. Ich verbrachte die kurzweilige Wartezeit in der „Marina“ Zante. Plaudereien mit den (österreichischen) Bootsnachbarn, einkaufen, gut essen, Morgenläufe  und ein Kühlschrankproblem, welches der örtliche Techniker nicht bereinigen konnte (das muss bis Nidri warten)  dann gings schon los. Zu viert war es nun natürlich etwas knapper, aber jeder hatte seinen Platz und es funktionierte super.

Die Fotos sind von Rosie und mir,  am Ende gibts ein Video.

Großeinkauf
Mietwagenausflug zur Shipwreckbay
Fritz bei der Ankunft am Flughafen
Rosi und Fritz treffen ein

Die erste Etappe führte uns nach Nordwesten bis zum kleinen Hafen von Ag. Nikolaios, bzw. zuvor noch zu den „Blue Caves“. Die Bedingungen waren sehr gut und der Schnorchelstopp im türkisen Wasser vor der imposanten Felskulisse ein echtes Highlight.

im Bereich der Blue Caves

Ankerplatz auf Sand bei ca 10 Meter Tiefe
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Etwas später lagen wir r.k. am Kai von Ag. Nikolaios und konnten auch die von Dimitros ausgelegte Mooringleine benutzen. Freie Duschen und WC Anlagen hinter und ein sehr gutes Abendessen in dessen Restaurant, gepaart mit authentischer griechischer Freundlichkeit rundeten diesen tollen Tag ab.

Ag. Nikolaios

Nach einem Morgenlauf gings ein kurzes Stück nach Norden und bei wenig Wind in einem unangenehmen Wellenwirrwarr entlang der Zakynthos Westseite südwärts bis zur Shipwreckbay.. Neben uns fuhren auch einige kleine Mietmotorboote, wo die Insassen (zumeist ohne Schwimmweste)  mit bleichen Gesichtern durchgeschaukelt wurden. Bei der Navagio Bay waren wir jedoch alleine und hatten ein türkisblaues Farbenspiel ohnegleichen. Das Wrack selbst lag leider noch großteils im Schatten und der mächtige Schwell in der Bucht ließ ein Ankern nicht zu.

entlang der Zakynthos Westseite südwärts
Shipwreckbay

Also drei nautische Meilen südlich weiter bis Porto Vromi, wo wir am Scheitelpunkt dieser Bucht einen Liegeplatz mit Mooringleine und Landleinen fanden. Ankern wäre dort nicht empfehlenswert gewesen, da der Grund mit alten Seilen und Ketten übersäht ist. Die Kulisse ist aber traumhaft, das Wasser glasklar, jedoch mit ca 20 Grad sehr kühl. Der Nachmittagswind kam natürlich seitlich, doch unsere Calisto war gut verheftet und sicher. Diese zweigeteilte kleine Bucht hat keinerlei Verpflegungsmöglichkeit und es gibt lediglich eine kleine Bootsvermietung. Die Neugierde und Kontaktfreudigkeit von Fritz verschaffte uns jedoch einen Tagesausklang der Superlative. Wir wurden um 19.00 Uhr mit einem Auto abgeholt und zu einem Aussichtsrestaurant hoch oben gebracht. Der Speisesaal lag stylisch hinter einer Glasfront direkt an der Geländekante. Der Ausblick war gigantisch. Ich konnte sogar mein Schiff weit unterhalb in der dämmerigen Bucht sehen. Als die Sonne unterging saßen wir beim Hauptgang….

Porto Vromi
Liegeplatz ohne Anker
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am Weg zum Abendessen – ganz oben links befindet sich unser Restaurant

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die Bucht links unten ist Porto Vromi
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Am nächsten Tag hatten sich die Wellen etwas beruhigt, der Wind passte auch und so setzte ich wieder mal den Parasailor. 15 NM südwärts, bis zum Kap Marathia bei 3-4 Beaufort achterlichen Wind brachte uns ein nettes Segelvergnügen.

Beim Kap gings dann etwas ostwärts und weiter rauf in die Bucht von Porto Keri. Ein weitläufiger Ankerbereich auf Sand mit Tiefen um die 5-10 Meter vor einem nahen kleinen Dorf mit einem langen Kiesstrand.  Nach den Wellen der Westseite die pure Erholung.  (Der kleine Hafen ist nicht für Segelyachten geeignet) Das glasklare Wasser war hier eindeutig wärmer und die Gegend nicht mehr so schroff. Diese Bucht wäre der ideale Familienankerbadestopp. Bei der blauweißen Taverne  hatten wir in Sichtweite unseres Schiffes den genussvollen Tagesabschluss.

Porto Keri im SW von Zakynthos
weitläufiges Ankern auf Sand bei 5-10m
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wer erkennt diesen Gesellen?
die große Bucht im Süden von Zakynthos

Für Clemens näherte sich bereits der Rückflug, weshalb wir nach einer Nacht den Anker lichteten und weiter nach Zante fuhren. Dort schloss sich der Kreis dieses zwar kurzen, aber sehr erlebnisreichen (63 NM) Törns.

am Weg nach Zante
Abschiedsessen
noch immer ziemlich leer in der Stadt

Weiter Richtung Nidri

Bei der „Marina“ Zante ist heuer ein sehr umtriebiger Port Operator tätig. Andreas (Tel: 0030 699 377 9646) ist immer nett und hilfsbereit. Es gibt Strom und Wasser, bzw, kann man bei ihm auch telefonisch vorreservieren. Wenn ich da an das Schlitzohr vom vorigen Jahr denke…

Wir füllten Wasser sowie Diesel nach, kauften Proviant, blieben noch eine Nacht und fuhren nach einem Morgenlauf wieder Richtung Norden. Jetzt nur mehr zu dritt aber immer noch voller Tatendrang hatten wir eine  knappe Woche Zeit, die wir bestmöglich nutzen wollten.

Zuerst nach Kefalonia/Sami, der nächste Stopp war auf Ithaka/Kioni, von hier zur Insel Kastos und abschließend nach Meganisi/Karnagio. Für mich lauter bekannte Orte, doch für meine Mitsegler ganz, bzw teilweise neu. Das Wetter zeigte sich nach wie vor von seiner schönsten Seite und der Besucherandrang war trotz Hauptsaison überschaubar.

Kefalonia Ostseite
Strand von Sami

Sami – Abendessen in Gesellschaft
die nachfolgenden Drohnenbilder zeigen die “Frühstücksbucht”
die von mir so benannte Bucht befindet sich ca 1 NM NO von Sami
dieser Name deshalb, weil ich hier nach einer Nacht im Hafen Sami gerne einen Ankerstopp für das Frühstück einlege
ein malerischer Platz, welcher sich nur bedingt für einen Übernachtung eignen würde
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die Windmühlen von Kioni / Ithaka
Kioni
nettes Abendessen in Kioni

Kioni im Morgenlicht
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am Weg nach Kastos
“The forgotten Island” Kastos
…stimmt nicht ganz, bis zum Abend war der Kai voll
Kastos Kai – schlechter Ankergrund im Hafen, möglichst viel Kette ausbringen

hier darf natürlich ein Sundowner am Hügel bei der Mühle nicht fehlen
leichter Segelwind Richtung Meganisi
Meganisi – Karnagio – einer meiner Lieblingsplätze
hier kann man gut relaxen
Blick Richtung Vathi

 

im Hafen von Vathi
Morgenwanderung nach Spartochori

Am vorletzten Tag hatten wir dann nur mehr die 4 NM nach Nidri, wo ich  die Calisto nach einer letzten  Nacht der Obhut von Conny überließ.

angekommen in Nidri am Skorpios Ponton
letzter Abend Nidri (Onassis im Hintergrund)
ciao Calisto – hoffentlich sehen wir uns heuer noch!

 

Fazit: Dieser einmonatige  Segelurlaub (ca. 650 NM) wird mir ewig in Erinnerung bleiben. Vor allem die Einhand-Peloponnesumrundung zu Beginn, mit den einsamen Etappen und stillen Ankerplätzen hat mich einerseits sehr beeindruckt andererseits auch zum Nachdenken gebracht. Wie wird es zukünftig in Griechenland sein? Wird sich diese Pandemie nachhaltig auswirken? Auch die zweite Törnhälfte im Kreise meiner Familienangehörigen war immer wieder von diesen Gedanken geprägt. Wenn man ständig leere Tavernen, bzw. nur wenige Touristen sieht, dann kann man nur hoffen, dass sich die Situation bald wieder bessert. Von der Bootsdichte her könnte man ja sagen, dass die aktuelle Frequenz ausreichend ist. Denn im Zentrum des Ionischen Meeres war es in den letzten Jahren in der Hauptsaison überfüllt und die Charterschiffe (vor allem riesige Katamarane) wurden immer mehr. Für die betroffenen Griechen würde ich mir jedoch wünschen, dass der Touristenstrom nicht ausbleibt und ihr wirtschaftliches Überleben gesichert ist.

Die Segelsaison 2020 geht für mich Ende August wieder weiter – bin neugierig wie sich die Situation in sechs Wochen darstellt

 

 

 

 

 

 

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