Mit CALISTO auf großer Tour – dritte Peloponnesumrundung


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Ein Bericht über 700 kurzweilige Seemeilen – mit Film am Ende

Auch heuer ist Fritz mein Begleiter. Die geplante Peloponnesumrundung sollte diesmal etwas weitläufiger werden und wenn möglich mit neuen Ankerplätzen und Häfen aufwarten. CALISTO ist auf weltweite Fahrt zugelassen – kein Ziel kann zu weit weg sein.

Und so starteten wir am späten Vormittag des 8. Mai  in Nidri Richtung Süden, um am Abend nach 49 NM in der Bucht von Kato Katelios (Kefalonia SO) den  Anker fallen zu lassen. Eierspeis und Bier schmeckten prächtig und das Schiff schaukelte leicht im Abendwind. Mein neuer 20kg ROCNA Anker, sowie die 70m Kette geben ein gutes Sicherheitsgefühl!

wieder unterwegs
erste Nach vor Anker mit Buchtmenü

Nach einer ruhigen Nacht folgte ein früher Aufbruch zur Westseite von Zakynthos, wo wir am Vormittag bei der berühmten Shipwreckbay eintrafen. Als die ersten Sonnenstrahlen die morgendichen Schatten aus dieser imposante Bucht drängten, kamen die Ausflugsschiffe und wir setzten unseren Törn entlang der wilden Zakynthos Westküste Richtung Süden fort.

eines der bekanntesten Fotomotive in Griechenland

Wenn wir so unterwegs sind, haben wir die Segel bei passendem Wind natürlich gesetzt, wobei wir uns aber nicht scheuen den Motor anzuwerfen, sobald die Kraft der Natur nachlässt, oder Wind gegenan steht. Unser Tagesziel waren diesmal die sehr kleinen Strophaden-Inseln welche knappe 30 NM westlich der Peloponneswestküste mitten im Ionischen Meer liegen. Unterwegs hatten wir erstmals tollen Segelwind, welcher die CALISTO bis zu 7 Knoten beschleunigte.

erstmals mit vollem Speed unterwegs – alles noch etwas ungwohnt
die ersten Etappen waren ziemlich lange
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es ging zügig dahin
die einsamen Strophadeninseln sind in Sicht

Wir  trafen am späten Nachmittag im Flachwasser zwischen den beiden Strophaden-Inseln ein. Auf der Hauptinsel gibt es nur eine alte unbewohnte Klosteranlage mit ein paar Nebengebäuden.   Dennoch empfing uns ein im Taucheranzug steckender Grieche mit einem Motorboot und wies darauf hin, dass die Insel ohne Bewilligung nicht betreten werden darf. Außerdem zeigte er uns einen, laut seiner Meinung, besseren Ankerplatz in der Südostbucht der gegenüber liegenden Insel. Dort war aber der Boden derart schlecht, mit Felsbrocken und jeder Menge Steinen bedeckt, sodass wir wieder die ½ Meile zu unserem alten Platz vor dem Klostergebäude wechselten und dort trotz der Warnungen (Dangerous) den Anker in einem Sandstreifen auf 5m Tiefe fallen ließen.

das hohe Gebäude ist die alte unbewohnte Klosteranlage

Die See war zum Glück ruhig und so war es halbwegs angenehm. Trotzdem schlief ich auf „stand by“. Als ich gegen 4 Uhr früh bemerkte, dass der Wind etwas mehr geworden ist, begab ich mich mit meinem Schlafsack aufs Deck und döste dort weiter. Plötzlich kam ein kleineres Schiff in Sicht, welches mit einem starken Scheinwerfer die Gegend ableuchtete. Im Fernglas sah ich, dass es sich vermutlich um ein Polizeiboot handelt. Dies bestätigte sich und ein paar Minuten später war die CALISTO bereits im grellen Licht.  Das Boot kam näher, am Bug dieses typischen „Portpolice-Schiffes“ stand eine männliche Person in Uniform und befragte mich über „woher – wohin?“ etc.   Letztendlich musste ich meine Dokumente in einen herübergereichten Kescher geben, und unsere Daten wurden überprüft. Das Ganze im Licht des starken Scheinwerfers in Gesellschaft tausender Fliegen, Falter, Moskitos, etc….  Nach einer halben Stunde war die Aufregung vorbei und das Schiff zog mit Mann und Getier weiter. An Schlaf war jetzt nicht mehr zu denken, weshalb wir den Motor starteten und langsam Richtung Pylos fuhren.

Weiterfahrt im Morgengrauen – nach Polizeikontrolle
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das Festland kommt näher
Mittagsjause – griechischer Salat

Die 45 NM verliefen ohne Vorkommnisse, eine gemütliche Fahrt mit Motor und praktischem Längsliegeplatz in der Marina Pylos an einem verlassenen Segler. Im nahen Marineshop wurden wir vom Besitzer wieder erkannt und erhielten abermals eine kleine Flasche Olivenöl als Dankeschön für unseren Einkauf. Leider gab es kein Tankservice und so schleppte ich vier 10 Liter Kanister von der etwas entfernten Tankstelle zum Schiff. „Unsere“ Taverne hatte auch geöffnet, wir waren sehr zufrieden.

die noch immer unbewirtschaftete Marina Pylos
Längsliegeplatz an einem verlassenen alten Segler

Der nächste Morgen hatte eine negative Überraschung, denn der Motor sprang nur zögerlich an. Wir hatten offensichtlich ein Batterieproblem, legten aber doch ab, fuhren an Methoni vorbei immer weiter südöstlich bis zum Kap Tainaron, wo wir dann Richtung Norden abbogen um nach Gytheon zu gelangen. Dort gibt es sicher eine neue Batterie.

Methoni im Morgenlicht

ein sehr langer Törn mit insgesamt 85 NM
beim Kap Tainaron legte der Wind etwas zu
..die ersten Meilen nach dem Kap rauschten gewaltige Fallböen von den Küstenbergen

Der Weg dorthin war bis zum Kap Tainaron ganz angenehm, leichte Welle und kein Starkwind. Als wir ums Kap bogen kamen dann giftige Fallwindböen die uns eine Weile beschäftigten. Zum Glück hatte ich vorher bereits die Genua eingerollt. Es reichte aber trotzdem, dass wir einmal eine gewaltige Schräglage erhielten, die uns wahrscheinlich eine Sitzunterlage geholt hat. Jedenfalls war diese am Abend nicht mehr da. Es begann dann auch noch leicht zu regnen, wurde aber immer besser, je näher wir zu Gytheon kamen. In der Abenddämmerung erreichten wir nach 85 NM diese sehr nette griechische Kleinstadt.

Hafen Gytheon
Erkundungswanderung zum Dorfhügel
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die Hafenanlage ist sehr großzügig angelegt, wird jedoch kaum von Seglern besucht
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Im Hafen liegt man vor Buganker mit Heck zur Mole. Außer uns waren noch drei weitere Segler, bzw. zwei Dauerlieger am Hafenkai. Die Stadt bietet im Hafenbereich Restaurants und Cafe`s, sowie alle Dinge die man halt so braucht. Wir blieben den nächsten Tag, besorgten die Batterie, sowie 20L Diesel und spazierten auf den Dorfhügel.  Der Motor sparng mit der neuen Batterie wieder super an. Dieser Aufenthalt war zwar ungeplant, jedoch äußerst angenehm.

Das nächste Ziel war die mir unbekannte Insel Kythera im Südosten des Peloponnes. Zuerst andauernde flaue Winde und am Nachmittag das gewohnte Aufbrisen. Es war eine Reise ins Nichts, zumindest dort wo wir stoppten (Diakofte) sah alles wie ausgestorben aus. Wir lagen längsseits am Fährkai, doch der Wind (bis 25 Kn) stand genau auf unseren Bug und hatte die gesamte große Bucht um Wellen aufzubauen. Die Nacht wurde sehr unruhig… und der Aufbruch am nächsten Morgen war zeitig.

Fährhafen Kythera / Diakofte.
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türkisblaues Wasser, Sandstrand, das Dorf jedoch wie ausgestorben – kein Lokal offen
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wieder ein früher Aufbruch zu einem sehr langen Trip

Es lag ein 85 Seemeilen Schlag vor uns. Nach Nordosten über das weite Meer, bis zur Insel Milos war geplant. Zum Segeln war etwas zu wenig Wind, dafür hatten wir Sonne und gemächliche Wellen. Die Fahrt war angenehm, dauerte aber 14 Stunden. Im kleinen, marinaähnlichen, Hafen Milos / Adamas konnten wir auf der Innenseite des Schwimmpontons mit Buganker anlegen (15€/N mit Strom) und waren glücklich in den Kykladen angekommen zu sein.

mit der App “Boatbeacon” hatten wir einen AIS Empfänger und sahen genau, ob wir auf Kollisionskurs sind
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vor der Einfahrt in die sehr große Bucht von Milos
erste Kykladendörfer in Sicht
gegen 19.00 Uhr kamen wir in Milos an
“Marina” Adamas, Strom, Wasser, teilweise mit Mooringleinen

Ein sehr schöner Ort mit den typischen weißen Häusern, in karger Landschaft. Im Hafenbereich wieder die typische Lokal- und Geschäftslandschaft, wo wir gleich den Wirt unseres Vertrauens fanden. Der nächste Tag war Rasttag in Milos, etwas entspannen (segeln macht müde…) und zum Aussichtshügel rauf wandern. Die Zeit verging wie im Flug.

eine griechische s Bilderbuchdorf
die Bucht von Milos
Wanderung zum Aussichtshügel
Blick Richtung offenes Meer

Am kommenden Morgen hatten wir noch ein Tankservice vereinbart. Wir erhielten unseren Diesel  längsseits an der Mole und fuhren anschließend Richtung Kythnos weiter. Serifos und Sifnos haben wir ausgelassen, dafür sind wir in Kythnos auch zwei Nächte geblieben. Auf der Überfahrt hatte es etwas nach Diesel zu riechen begonnen – ein Blick in den Motorraum zeigte, dass die Dieselleitung einen kleinen Riss hatte und dort andauernd ein sehr feiner Dieselstrahl raussprühte. Ich hab`s mit einem schwarzen TESA-Gewebeband notdürftig abgedichtet und in Kythnos repariert.

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Kythnos in Sicht

Der Hafen von Kythnos bietet für ca 15-20 Yachten Platz (15€/N) und war am Abend gefüllt. Hier in den Kykladen ist doch einiges los. Am Abend gab es eine Geburtstagsparty (zu Ehren eines Einjährigen) mit ca 40 Engländern auf insgesamt 7 Schiffen, wobei diese Meute von Boot zu Boot zog. Wir lagen zwischen den letzten beiden Booten auf dieser Tour…. Ruhe kehrte erst im Morgengrauen ein.

englische Party mit ca 40 Personen, zu Ehren des Geburtstages eines Einjährigen

Den nächsten Tag verbrachten wir mit einer Sightseeing-Inselerkundungstour auf Motorrollern (je 15€). Es gibt einige interessante Buchten, jedoch außer unserem Hafen nur den kleinen Ort Loutra im Nordosten der Insel, wo an der Mole ein paar geschützte Plätze für Segler vorhanden sind.

Motorrollerausfahrt
eine traumhafte Doppelbucht im NW der Insel Kythnos
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Chora im Inselzentrum
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Hafen Loutra
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die Ostküste
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Wir verließen die Insel im kommenden Morgengrauen und fuhren bei absoluter Flaute und teilweise spiegelglattem Wasser (erstmals in der Ferne Delphine gesehen) nach Nordwesten bis zum Kap Sunion (Kap am Festland südlich von Athen), wo der Poseidontempel schon von weitem zu sehen ist.

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Poseidontempel beim Kap Sounion
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Eine kleine Runde in der Bucht, ein paar Fotos vom Wasser aus, und weiter ging`s. Dabei mussten wir ein sehr dicht befahrenes Gebiet queren und kamen den großen Pötten ganz schön nahe. Unser Ziel war die Insel Aegina im Saronischen Golf, wo wir im kleinen Hafen Perdika anlegen konnten. Ein sehr netter Ort, den ich bereits bei meiner Motorboottour vor etwa fünf Jahren erstmals besuchte. https://www.umdiewelt.de/Europa/Suedeuropa/Griechenland/Reisebericht-7092/Kapitel-0.html 

wir müssen die Schifffahrtsstraße Richtung Athen queren
die Insel Aegina mit dem Ort Perdika
mein neuer Anker bewährte sich abermals und hielt trotz abendlicher Winde bombenfest.
unser Abendessen?
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Die Nacht war ruhig und der Aufbruch wieder ziemlich zeitig. Ich wollte jetzt endlich mal meinen neuen PARASAILOR testen und auf der Fahrt zum Kanal von Korinth ergab sich diese Möglichkeit. Die Bedingungen waren ideal, keine Welle und 5-6 Kn Wind. Also raus mit diesem Ding. Zuerst mussten die benötigten Seile, Blöcke und Befestigungen hergerichtet werden und dann kam der spannende Augenblick.  …der Easysnuffer (Bergeschlauch) wurde hochgezogen und ganz sanft entfaltete sich dieses weiß-blaue riesige Segel. Obwohl Fritz das Segeln ziemlich egal ist, entglitt ihm auch ein andächtiges „Wow…“. Leider dauerte das Vergnügen nur ein paar Meilen, denn der Wind wurde immer weniger und irgendwann geht’s dann nicht mehr. Vor dem Isthmus (Osteinfahrt Kanal v. Korinth) briste es wieder auf  und wir durften bei 15 Kn Ost anlegen. Die Kanalformalitäten waren schnell erledigt (140€ Gebühr), doch diesmal (es ist bereits meine 4. Kanaldurchfahrt) mussten wir über eine Stunde warten. Der Grund war ein ziemlich großer Frachter, welcher von einem Schleppkahn von West nach Ost gezogen wurde. Die anschließende Durchfahrt war wieder geprägt von großer Ehrfurcht und Staunen, jedoch ohne besondere Vorkommnisse. Durch das viele Fotografieren muss ich aber immer aufpassen, dass ich nicht wo ankrache…

ein spannender Moment – erstmals wird der PARASAILOR gesetzt
Zufahrt Kanal von Korinth
ein großer Frachter wird durch den Kanal gezogen und verzögert unsere Durchfahrt etwas
viertes Mal Kanal von Korinth

Nachfolgend kam der Hafen Korinth wo wir in der  nach wie vor unbewirtschafteten  „Marina“ wie im Jahr zuvor auf der Stirnseite eines Schwimmsteges längsseits anlegen konnten. Es war Samstag und im Hafenbereich  bereiteten sich zig Hundebesitzer auf ihren Auftritt am Abend vor. Ein Hundeschönheitswettbewerb mit internationaler Beteiligung, vom kleinen „Schlecksi“ bis zum Riesen mit knapp 100 kg. Sehr interessant und teilweise skurril anzusehen.

unser altbekannter Platz vom Vorjahr war wieder frei
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der Aufwand für den bevorstehenden Hundeschönheitswettbewerb war gewaltig
der Platz beim Hafen Korinth

Abermals starteten wir im Morgengrauen und legten Kurs Nordwest, Richtung Galaxidhi im Golf von Itea. Dabei konnten wir abermals ein paar kleinere Delphine in der Ferne beobachten. Fritz kannte Galaxidhi noch nicht und ich hatte ihn von 2013 in sehr guter Erinnerung. Wir blieben zwei Nächte (15€/N) und genossen diesen Ruhetag. Bei meinem Morgenlauf gabs mal wieder eine ungute Situation….ich lief bei einer Ansammlung von ca. 15 Bienenstöcken vorbei. Es flog kaum was herum, und doch stürzten sich einige dieser Viecher auf meinen Kopf und verkrochen sich in meinen Haaren…. ich versuchte sie mit gespreizten Fingern raus zu streifen und  erhielt dabei einige Stiche. Blitzartig ging mein Puls (Pulsuhr) von 125 auf 155 und ich entschloss mich zur Umkehr. Fazit: nicht mehr bei Bienenstöcken vorbei laufen… nach zwei Stunden war wieder alles ok.

im Golf von Korinth unterwegs nach Galaxidhi
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Galaxidhi im Golf von Itea
ein schmucker Ort, der außerhalb von Seglerkreisen eher unbekannt ist
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Als nächstes Etappenziel wäre nach diesem Rasttag die Marina von Patras ausgewählt gewesen. Leider erhielt ich die Info, dass dieser Yachthafen aufgrund von Beschädigungen durch Winterstürme derzeit repariert wird und deshalb geschlossen ist… Die Fahrt nach Patras war jedenfalls geprägt vom Ostwind, der sich von ganz leicht auf 20 Kn steigerte. Dies ergab abermals die Gelegenheit den Parasailor zu setzen. Wir hatten dieses geile Ding bis 15Kn Wind in Verwendung und erreichten Geschwindigkeiten bis knapp 7 Kn. Als es dann Richtung Rion-Brücke ging und die Düsenwirkung immer stärker zu spüren war, zog ich den Bergeschlauch über das Segel. Diesmal musste ich mich zu Beginn schon ganz schön rein hängen um den Easysnuffer nach unten zu ziehen. Es klappte aber vorzüglich und die Sache war relativ schnell erledigt. Danach gings (Funkanmeldung) mit gesetzter Genua unter der Brücke von Patras durch bis  zum Hafen. Wir wollten uns wie von der Marinaleitung empfohlen mit Funk Kanal 13 beim Hafenmeister anmelden, doch niemand hörte uns, bzw meldete sich keiner. Im Hafenbecken vor den großen Fährschiffen sahen wir einige Segler an Mooringleinen vor dem Kai hin und her schaukeln. Mangels Alternative entschlossen wir uns dort anzulegen. Der Wind kam natürlich genau von der Seite und wir benötigten drei Anlegemanöver um dort entsprechend zu liegen (fixiert mit drei Mooringleinen). Ohne Hilfe den anwesenden Segelcrews hätten wir das nicht geschafft. Es stand ganz schön Schwell an der Hafenmauer und das Übersetzen von der Gangway aufs Ufer erforderte durch die permanente Wacklerei einiges Geschick. Patras ist uns deshalb nicht so gut in Erinnerung. Auch der Nachmittagsausflug in die Stadt war nicht so besonders. Die Burg am Stadtberg (tolle Aussicht) hatte bereits um 15.00h geschlossen, und unser Gyros/Pita war auch keine Gaumenfreude. Wir arbeiteten unsere  Einkaufsliste ab und verzogen uns wieder auf die Calisto. Die Wacklerei nahm die gesamte Nacht kein Ende. Auch als der Wind bereits eingeschlafen war, ging es permanent auf und ab. Der Wetterbericht zeigte auf der „Windy“ App ab 04.00 Uhr Windstärke 4-5, Windfinder 3-4, und die anderen (ich schaue immer 5-6 verschiedene Vorhersagen)  zeigten total ruhig.

abermals den Parasailor gesetzt – diesmal bis 15 Kn Wind
alternativew Blockbefestigungen
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Rion Brücke  bei Patras in Sicht
bei dieser Düse bläst fast immer kräftiger Wind
leider war im Hafenbecken andauernder Schwell
Patras
die Gassen unterhalb der Festung
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es schaut so ruhig aus, und trotzdem war die Calisto permanent in Bewegung

Da nicht an Tiefschlaf zu denken war, starteten wir um 04.30 Uhr den Motor und fuhren im Schein des Hafenlichtes in den Golf von Patras. Bereits nach ein paar Minuten spürten wir Wind und ich setzte etwa die Hälfte des Großsegels. Diese Vorsichtsmaßnahme war goldrichtig, denn wieder ein paar Minuten später blies es immer  mehr. Plötzlich gab es schon 25 Kn Wind ….und kein Ende in Sicht. Die Dunkelheit hatte uns bereits vollständig erfasst und im Schein der Stirnlampe rollte ich das Großsegel bis kurz nach dem 1. Reff ein. Eigentlich ein sehr kleines Stück Segeltuch…., aber ausreichend für die nächsten 30 NM Richtung Westen. In weiterer Folge steigerte sich der Wind in Böen bis 45 Knoten (= bis 9 Beaufort = Sturm) und Calisto erreichte Geschwindigkeiten bis 10 Knoten! Es war eine rauschende Fahrt, die uns etwas gemächlicher fast lieber gewesen wäre… Auf alle Fälle eine sehr wichtige Erfahrung mit großem Lerneffekt für mich.

eine stürmische Fahrt im Golf von Patras
30 Meilen von Ost nach West
…ohne Worte
bis 45 Kn Ostwind (=Windstärke 9 = Sturm) und 10 Kn Speed….

aufgewühlte See
und minimierte Segelfläche

Als wir nach einigen Stunden beim Kap Oxia um die Ecke nach Norden bogen, ließen wir diese bereits gewaltigen Wellenberge hinter uns und hatten fortan bis nach Kalamos ruhiges Gewässer. George half uns beim Anlegen und wir konnten endlich etwas relaxen. Kalamos ist immer einen Stopp wert.

Kap Oxia in Sicht – hier um die Ecke und es wurde sofort ruhiger
im Hafen Kalamos angekommen – ein äußerst angenehmer Liegeplatz nach den vergangenen 24 Stunden

Zum Abschluss hatte ich wie immer meine Lieblingsinsel Meganisi geplant, wo wir bei Alex (Karnagio) bereits einen Platz reserviert hatten.

meine “Wohlfühl-Oase” –  Karnagio in Meganisi

Die Peloponnesumrundung war nun geschafft, wir haben unsere Ziele erreicht und können auf einen tollen, ereignisreichen Törn mit exakt 705  Nautischen Meilen zurückblicken.

Und hier der Film:

 

 

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